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3 Jahre Piura

Die letzten 3 Jahre in Piura waren von ersten Optionen eine Modellklasse aufzubauen, dem plötzlichen Onlineunterricht per WhatsApp, Englischunterricht und Elternschulung geprägt. Aufgrund der unerwarteten Situationen mussten wir viele Pläne verändern und neu erfinderisch werden. Heute findet ihr hier einen kleinen Bilderrückblick über diese Zeit.

1. Jahr Modellklasse

Im ersten Jahr hatte ich die Möglichkeit das Kindergartensystem und PEPE kennen zu lernen und eine Modellklasse für die 3 Jährigen aufzubauen, in der der Schwerpunkt auf spielerischem Lernen gelegt war. Hierbei ging es zum einem um die konkrete Arbeit mit den Kindern, aber vor allem auch darum die Kollegen anzuleiten und den Eltern den Sinn von spielerischem Lernen nahezubringen.

2. Jahr Onlineaufgaben

Corona hat Peru stark getroffen. Die Schulen wurden gleich zu beginn des Schuljahres 2020 geschlossen. Der Unterricht wurde „online“ weitergeführt. Die Eltern der 3 jährigen Kinder haben von mir per WhatsApp täglich eine Aufgabe erhalten, die sie mit den Kindern umsetzten und mir dann ein Video oder ein Foto davon schickten.

3. Jahr Schulung und Englischunterricht

In meinem dritten Jahr in Piura, waren Kindergarten und Schule nach wie vor geschlossen. So konnte ich nach meiner Elternzeit die bereits bestehenden „Klassen“ mit Englischunterricht und einer Elternschulung unterstützen. Doch hierbei unterrichtet ich nicht mehr die 3jährigen, sondern Kinder aus der Volksschule. Der Unterricht fanden per Zoom statt.

Im März 2022 wurden die Kindergärten und Schulen in Peru nach zwei Jahren Total-Schließung endlich wieder geöffnet. Die Kinder haben nun die Herausforderung das liegengebliebene aufzuholen und sich wieder ganz neu an den Klassenalltag zu gewöhnen. Bitte betet für die Kinder Perus und ihre Lehrer.

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101 Tage Lockdown

Wir sind in Peru aufgrund der aktuellen Covid-19 Situation seit 101 Tagen im Lockdown. Doch obwohl Peru eines der ersten südamerikanischen Länder war, das den Lockdown angeordnet hat, zeigen sich die Auswirkungen leider nicht in den offiziellen Zahlen. Wir haben es mittlerweile auf den traurigen 6. Platz der Länder mit weltweit am meisten infizierten Menschen geschafft.

Da weder die Wirtschaft noch die Menschen, die von ihrer täglichen Arbeit leben, diese Situation viel länger aushalten, werden nach und nach langsam einige Dinge wieder erlaubt. Doch der Unterricht wird laut dem Bildungsministerium bis zum Ende des Schuljahres (im Dezember) virtuell verlaufen. Für mich bedeutet das, dass ich meinen „Unterricht“ an die 3 Jährigen täglich per WhatsApp schicke. Die Eltern führen die Einheiten mit ihren Kindern durch und schicken mir dann ein „Beweisfoto“ oder Video.

Doch der Lockdown geht auch an den Kleinen nicht einfach so spurlos vorbei. Dies durfte ich letztens an einer Begebenheit traurigerweise selbst erleben:

Die „Unterrichtseinheit“ handelte sich um die Natur. Dafür sollten die Kinder aus dem Fenster schauen oder die Tür öffnen zum Rausschauen, um zu beobachten was sie draußen sehen – Häuser, Bäume, Hunde, Autos etc. Daraufhin hatten sie die Aufgabe zu definieren was zur Natur gehört und was nicht. Eigentlich keine große Sache. Doch eine Mutter antwortete mir folgendermaßen:

Wir konnten die Aufgabe heute nicht erledigen. Mein Junge weigert sich, sich der Tür oder dem Fenster zu nähern. Er hat Angst. Draußen ist es gefährlich.

So hoffen wir nun alle, dass sich die Krise bald legt und der Lockdown bald beendet wird, damit die Kinder wieder normal nach draußen können und das jetzt Gelernte – draußen ist es gefährlich – hoffentlich wieder zu verlernen.

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Leben im Norden

Hier im Norden von Peru an der Küste, leben viele Menschen vom Meer und seinen Früchten. Vor kurzem durften wir ein Fischerdorf besuchen und die Leute beim Arbeiten in Aktion sehen.

So wird nach wie vor traditionell mit Strohbooten gearbeitet (ob nur für die Touristen oder nicht, das kann ich nicht beurteilten). Aber auch zwei verschiedene Methoden des Angelns konnten wir beobachten.

Traditionelle Fischerbote. Ob nur Touristendeko oder wirklich in Verwendung, wer weis???
Strand des Dorfes
Variante 1: Fischer sucht nach Fischen, die aus dem Wasser springen (Ja man sieht die Fische wirklich springen)
wirft dort sein Netz aus
Sobald es abgesunken ist, zieht er es ein und begutachtet seine Beute.
Variante 2: Dem Fischer dient eine Nylonschnur als Angelschnur, ein dünnes Brett als Angel (Roter Pfeil). Muscheln werden als Köder verwendet. (schwarzer Pfeil)
Die Nylonschnur wird am oder zwischen dem Steg ins Wasser hinab gelassen und nach ein paar Minuten kontrolliert. Hier muss der Fischer aufpassen, dass seine Schnur sich nicht mit den Stegpfosten verheddert. Je höher der Wellengang, desto schwieriger das Unterfangen.

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Tag der Bibel

Letzte Woche war hier der Tag der Bibel. Im Kindergarten wurde ein Straßenumzug dafür veranstaltet. Das heißt praktisch: Die Eltern wurden am Tag davor, darüber informiert und mussten ein Schild mit den Kindern gestalten. Dieses Schild brachten sie am nächsten Tag mit. Danach ging es mit Musik aus einem Lautsprecher durch die Straßen der Nachbarschaft des Kindergartens. Sowohl Eltern als auch Kinder nahmen daran Teil. Der ganze Umzug dauerte ca. 30 Minuten.

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Brauchtumstag

In Peru hat alles Mögliche seinen „Tag“. Abgesehen von dem typischen Muttertag und Vatertag, gibt es den Tag der Großeltern, den Tag des Wassers, den Tag des Kindes, den Tag der Professoren, den Tag des Umweltschutzes,…. so eben auch den Tag des Brauchtums. Wie viele andere, wird er auch wirklich gefeiert.

Dazu haben sich im Kindergarten die Gruppen die verschiedenen drei Regionen von Peru aufgeteilt (Küste, Hochland, Dschungel) und jeweils eine Wandtafel mit Information gesammelt. Aber noch viel, viel wichtiger – es wurden verschiedene typische Gerichte aus den unterschiedlichen Regionen gekocht und ausgestellt. Am Schluss durfte man auch noch probieren. Peruaner sind sehr, sehr stolz auf ihre Küche. Das erste, was man als Ausländer gefragt wird ist ob einem das Essen schmeckt.

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Peruanischer Nationalfeiertag

In Peru wird der Nationalfeiertag (28.Juli) sehr groß gefeiert. In allen Schulen wird die Befreiungsgeschichte in irgendeiner Form dargestellt und auf den Straßen gibt es Paraden. Dieses Jahr konnte ich das Theater zu den Feierlichkeiten der peruanischen Unabhängigkeit von den Spaniern im Kindergarten miterleben. Dabei ist es nicht so wichtig, dass alle Kinder einen „Text“ haben. Aber es wird sehr, sehr, sehr viel Wert auf die Kostüme und Dekoration gelegt. Die Pädagogen sind für die Dekoration verantwortlich, die Eltern für die Kleider der Kinder. Manche Eltern mieten sich nur für diesen Anlass offizielle Kostüme. Hier ein kurzer, geschichtlicher Überblick.

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Praktisch???

Jeder hier hat einen Fernseher. Meistens ist er den ganzen Tag eingeschaltet, auch dann wenn keiner hinschaut. Unter den Menschen in den ärmeren Gebieten, lebt man oft in Häusern wie diesen. Wand an Wand zum Nachbarn.

Letztens wurde mir etwas sehr interessantes erzählt. Jemand war zu einem Gespräch bei einer dieser Familien eingeladen. Natürlich war der Fernseher eingeschaltet, auch während dem Gespräch. Auf voller Lautstärke. Dadurch war es etwas schwierig das Gesagte des Gegenübers zu verstehen. Der geladene Gast fühlte sich etwas unwohl dabei. Nach einiger Zeit traut sich der Gast zu fragen, ob man den Fernseher den etwas leiser schalten könnte. Voller Überraschung antwortet der Gastgeber: „Natürlich nicht! Wir wollen doch über private Dinge reden. Das dürfen die Nachbarn nicht hören.“

Diese Antwort macht sehr viel Sinn in den Augen des Hausbesitzers, auch wenn es für mich als Europäerin vollkommen überraschend ist und ich nie an diese „Vorsichtsmaßnahme“ gedacht hätte. Dieses Erlebnis hat mir wieder neu die Augen geöffnet, wie wichtig es doch ist die Kultur des Gastlandes verstehen zu lernen, auch in ihrem manchmal etwas ungewohntem Verhalten. Es gibt vielleicht einen erklärbaren und logischen Grund.

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Hochzeit

Im Mai konnten Efrain und ich uns endlich das „Ja-Wort“ geben. Nachdem der peruanische Staat anfänglich Schwierigkeiten mit unseren Multinationlitäten gehabt hat, sind wir sehr dankbar, dass es geklappt hat.

Beide unsere Familien konnten komplett dabei sein, dafür sind wir sehr dankbar. Ebenso waren viele Leute aus der Gemeinde in Huaycan vertreten und viele Freunde und Arbeitskollegen. Wir blickend dankbar auf die große Teilnahme an unserem Fest zurück.

Leider haben wir noch keine offiziellen Fotos, aber hier ein kleiner Einblick.

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Manglares

Über die Osterfeiertage hatte wir die Möglichkeit uns etwas die weitere Umgebung von Piura anzuschauen. Wenn man das Flußtal des Flußes „Piura“ bis zu seiner „Einmündung“ ins Meer folgt, kommt man zu einem Naturgebiet indem viele Vögel zu Hause sind. Es ist interessant zu sehen, das der Fluß Piura nie bis zum Meer gelangt. Er versickert kurz vor dem Meer. Dort wird er sehr weit und bietet daher Platz für Bäume und viele Vögel. Wir hatten die Gelegenheit uns dies anzuschauen.

Der Auslauf des Flusses ist der Lebensraum der Zugvögel, die ihren Sommer (Mai bis September) in Nordamerika und Kanada verbringen und in nordamerikanischen kalten Monaten (Oktober – April) unter anderem in Peru leben.

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PEPE

Am Montag hat hier der normale Schulbetrieb angefangen, nachdem es seid Weihnachten Sommerferien gab. So fing bei mir auch am Montag der normale Alltag in Piura an, 2 Tage nachdem wir endgültig in Piura angekommen waren.

Der PEPE (Kindergarten) in dem ich arbeite heißt „Joyitas de Jesus“ – übersetzt: Juwelen Jesu. Der Kindergarten funktioniert hier nach Altersstufen. So sind 20 Dreijährigen in einer Gruppe, 20 Vierjährige und 20 Fünfjährige. Ich werde am Anfang in allen Gruppen ein bisschen Zeit verbringen, die Mitarbeiter unterstützen und den Alltag sowie die Administration dabei kennen lernen. Angefangen hab ich bei den Dreijährigen. In weiterer Folge werde ich, abgesehen davon, Englisch unterrichten und hoffe sehr, dies auf eine spielerische Art und Weise tun zu können. Im Anhang findet ihr ein paar erste Eindrücke meiner Arbeitsstelle.